mit P. WEGE
P. WEGE
Foto: Luzifer ©Georg Tedeschi, Hamburg Dieses Schauspiel ist das vierte und letzte Drama Rudolf Steiners, die Uraufführung fand 1913 in München mit Mitgliedern der Anthroposophischen Gesellschaft statt. Es wurde nachts geschrieben und von Steiner umgehend selbst inszeniert. Marie von Sievers übernahm die Hauptrolle der Maria.
Die Kunst spielt bei der Entwicklung der Anthroposophie eine wesentliche Rolle. Die Akteure sind eine Schülergruppe – Maria und ihr Freund Johannes, ein junger Maler, der Naturwissenschaftler Dr. Strader, Prof. Capesius u. a. Den Mittelpunkt bilden Maria und ihr geistiger Lehrer Benedictus. Kämpfe in der realen Auseinandersetzung mit Meditation („O Mensch erkenne dich“), mit Zuneigung und Liebe, Niedergeschlagenheit und Depression werden szenisch dargestellt, auch Kämpfe um Einfluss, um Macht und gegen Hindernisse. Die Wurzeln werden verfolgt bis in übersinnliche Gebiete. Wirkungen aus vergangenen Inkarnationen werden szenisch gezeigt.
Besonders in dieser Inszenierung ist die klare, strukturierte Regie durch Christian Peter. Peters Biografie ist geprägt durch seine großen Rollen Faust und auch Benedictus sowie durch seine jahrelange Regietätigkeit am Goetheanum. Diese lebenslange Erfahrung mit den Dramen lässt ihn unermüdlich die spirituelle Aktualität der Szenen herausarbeiten – gerade auch in den Darstellungen von Luzifer und Ahriman, dem Doppelgänger (Stefan Hasler), sowie von Maria (Catherine Ann Schmid) und Johannes (Jens-Bodo Meyer). Die fundierte Erfahrung dieser Schauspielerinnen und Schauspieler verspricht eine dramatische Verkörperung dieser anspruchsvollen Rollen. Erschütternd der Monolog des Capesius im ägyptischen Tempel oder die Inspiration Ahrimans sowie Straders Tod.
Auch sehr besonders ist die Einbeziehung der Eurythmie durch die Regie von Gioia Falk. Gerade die Elementarwesen, Sylphen und Gnomen (zweites Bild) eröffnen den Zuschauenden den Einblick in die übersinnlichen Welten. Die konsequente Darstellung der Seelenkräfte des Menschen – Denken, Fühlen, Wollen – durch drei Eurythmisten lässt die Zuschauenden geistige Möglichkeiten ihrer eigenen Entwicklung erahnen.
Die geistige Welt ist auf der Bühne realisiert. Das ist in der Theatergeschichte einmalig und auch in dieser Inszenierung ein Novum. Dies ist nur dank des Eurythmie-Ensembles am Goetheanum als dem Zentrum unserer Anthroposophischen Gesellschaft möglich. So treten auf der Bühne die realen Gegenkräfte auf – Luzifer und Ahriman. Doch auch die geistigen Kräfte, die die Entwicklung des Menschen fördern und unterstützen, sind in diesem vierten Drama bühnenmäßig umgesetzt (der Hüter der Schwelle und Geistgebiete).
Ein älterer wohlhabender Unternehmer spendet sein gesamtes Vermögen, Grund und Boden, eine Produktionsstätte und sein Kapital für eine anthroposophische Initiative! Seine Sägerei soll künstlerisch gestaltete Gegenstände produzieren. Aus einem geistigen Impuls heraus will er sein Wirtschaftsunternehmen neu aufbauen. Dies stellt Herausforderungen an das Marketing, die Öffentlichkeitsarbeit und den neuen Generalmanager. Auch das Kundenbewusstsein muss entwickelt werden für diesen neuen Ansatz. Wie wird diese Initiative umgesetzt? Wo treten Schwierigkeiten auf? Was hat eine ägyptische Einweihung mit dem Geschehen heute zu tun?
Peter Wege, Mannheim
Schauspiel Projektensemble am Goetheanum, Dornach/Schweiz
Wann: 9. November 2025
Wo: Freie Waldorfschule Mannheim, Festsaal
Neckarauer Waldweg 131, Mannheim
Informationen>> info@mysteriendramen.de
Tickets und einführende Veranstaltungen unter www.mysteriendramen.de
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