mit Marcus Gerhardts
Marcus Gerhardts
Welchen Handlungsspielraum hat der Einzelne im Kampf gegen ein diktatorisches Regime? Unter anderem dieser Frage gehen der Dichter Albert Steffen und der Komponist Viktor Ullmann mit „Der Sturz des Antichrist“ vor dem Hintergrund der (sich anbahnenden) Machtergreifung durch die Nationalsozialisten in Deutschland nach.
Zunächst schuf Albert Steffen die „Dramatische Skizze“ (1928), die am Karsamstag 1933 in Dornach seine Uraufführung fand, seine Zeitgenossenschaft damit dokumentierend. Dann nahm Viktor Ullmann diesen Text als Libretto und komponierte die abendfüllende Oper, die er „Bühnenweihefestspiel“ benannte. So markiert er, dass er gerade zur Anthroposophie gefunden hatte und Mitglied sowohl der Anthroposophischen Gesellschaft als auch der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft geworden war. Die Musikwissenschaft nennt diese Komposition deswegen auch sein „Bekenntniswerk“. Zur Uraufführung kam diese Oper damals nicht, trotz größter Bemühungen und obwohl dieses Werk den damals sehr renommierten „Emil Herzka-Preis“ erhalten hatte. Erst am 7. Januar 1995 fand diese dann in Bielefeld statt.
Nun hat sich die Oper Leipzig dieses Werkes angenommen (weltweit erst das vierte Mal überhaupt) und wird „Der Sturz des Antichrist“ am 25. September 2021 zur Premiere bringen, nachdem das Vorhaben am 21. März 2020 coronabedingt scheiterte. Weitere Aufführungen sind am Fr., 1. und So., 10. und 17. Oktober geplant.
Ich betreue seit nunmehr 33 Jahren das Ullmann-Archiv am Goetheanum, habe mehr oder weniger alle Produktionen begleitet – 2014 als Gastdramaturg in Olomouc, CZ; aber auch unzählige Inszenierungen der anderen wichtigen Oper Viktor Ullmanns „Der Kaiser von Atlantis oder Die Todverweigerung“, die im KZ Theresienstadt 1943/44 entstand.
Es ist eine seltene Gelegenheit, dieses epochemachende Werk jetzt in Leipzig wahrzunehmen.
Marcus Gerhardts | Musiker, Arbeitszentrum Stuttgart und Ullmann-Archiv
07.10.26 19:00 – 20:30
Sein Zusammenhang mit den altwestlichen Mysterien und Rudolf Steiner
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MITGLIEDERTAG DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT | ARBEITSZENTRUM STUTTGART, EINGELADEN SIND ALLE MITGLIEDER UND AN DER ANTHROPOSOPHIE INTERESSIERTE.
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Menschenwissenschaft durch Kunst für Ärzte, Lehrer und therapeutisch Tätige
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TAGESSEMINAR MIT MATTHIAS RANG (DORNACH/CH) UND KEES VEENMAN (HEEMSTEDE/ NL)
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11.11.26 19:00 – 20:30
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RS-Haus – Großer Saal