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11.02.2022 / 21:34

Die „Jungen Anthroposophen in Norddeutschland“ (JAN)

Kurzinterview mit dem Mitinitiator Johann Schmiedehausen.

mit Sebastian Knust

Sebastian Knust

Teilnehmerinnen auf den Jan-Treffen | Foto: Johanna Winkler

Sebastian Knust: Seit einiger Zeit triffst Du Dich mit jungen Mitmenschen regelmäßig zum „JAN-Kreis“ in Norddeutschland. Was ist das für ein Kreis und was hat Dich motiviert, ihn mit zu organisieren?

Johann Schmiedehausen: JAN steht für „Junge Anthroposophen Norddeutschland“. Wer in Norddeutschland aufgewachsen ist der weiß, wie wenige anthroposophische Tagungen und Seminare es dort gibt, besonders für junge Menschen. Vor anderthalb Jahren entstand aus der Familie Rüter heraus die Initiative, eine solche Möglichkeit der Begegnung zwischen Gleichgesinnten und der Auseinandersetzung mit der Anthroposophie zu schaffen. Aus einem wiederkehrenden Treffen mit ein paar Freunden von Tanja Rüter in der Küche ist nun ein Kreis von etwa 30 aktiven Menschen und weiteren Interessierten entstanden. Dankbar nutzen wir die Räumlichkeiten des Demeter-Hofs Wörme für unsere vierteljährlichen Wochenend-Treffen. Wir kommen am Freitagabend zusammen, laden für Samstag einen Gast ein, der mit uns zur Anthroposophie arbeitet, und blicken am Sonntag auf Erlebtes und das nächste Treffen. Wichtig ist uns für die Treffen neben der gedanklichen Arbeit auch Raum für Bewegung, Kunst und sinnvolle Tätigkeit zu haben. So wird gesungen, getanzt, es werden eurythmische Übungen gemacht, es wird von uns gekocht und zum Beispiel Brennholz gestapelt. Damit danken wir dem Hof auch für seine Gastfreundschaft.

Dieses Treffen mit zu organisieren, dazu hat mich die Herzlichkeit der Familie motiviert. Einem auch von mir erlebtem Bedürfnis stellen sie sich in einer offenen Art zur Verfügung. So ist ein Raum geöffnet, den wir eigenständig gestalten dürfen. Uns wird dort Potenzial in die Hände gelegt, mit der eigenen Bildung umzugehen. Dabei werden wir aber nicht alleingelassen, sondern interessiert von der Familie Rüter begleitet und von der AGiD bei den Reisekosten unterstützt. Zu begegnen, zu gestalten und zu lernen ist gerade mein besonderer Fokus. Diese Möglichkeit mit anderen zu teilen, motiviert mich, JAN mit zu organisieren.

SK: Welche Erfahrungen hast Du während den ersten Treffen gemacht? Gab es ein oder zwei einprägsame Erlebnisse?

JS: Ja, die gab es. Bei einem Treffen, noch in der Küche, fand ich die lockere Art, mit der inhaltlichen Arbeit umzugehen, sehr schön. Als wir an einen Punkt der Ermüdung kamen, wurde ohne viel Federlesen ein Lied angestimmt, dass wir alle kannten, und so war schnell wieder Kraft bei der Sache. Man organisiert sich eben mit seinen Fähigkeiten.

SK: Was sind Eure nächsten Schritte, können auch andere Interessierte mit einsteigen?

JS: Es gilt für uns in den nächsten Treffen herausfinden, wie wir inhaltlich tiefer gelangen können, ohne Neuen den Einstieg zu verwehren. Im Raume steht auch die Idee, uns im Sommer einmal für eine ganze Woche zu treffen und so auch der persönlichen Begegnung mehr Zeit einzuräumen.

Interessierte können auf Einladung aktiver Menschen dazukommen. Als „aktiv“ bezeichnen wir, wer bei den letzten Treffen dabei war und auf E-Mails antwortet. Wir wollen auf diese Weise eine Atmosphäre erhalten, die in der knappen Zeit eines Wochenendes gute Arbeit gewährleistet.

 

Johann Schmiedehausen, geboren im April 1996. Seine Waldorfschulzeit verbrachte er in Eckernförde und studierte anschließend Eurythmie. Neben seinem Engagement für die Anthroposophie jobbt er als Hochseilgarten-Sicherheitstrainer.

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