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10/21/2024 / 13:53

Ost-West-Weltgegensätze

Wie lassen sich die sich wieder stärker vertiefenden Spaltungen zwischen Ost und West in ein produktiveres Verhältnis bringen? Diese Frage verfolgt Tom Tritschel, Priester in der Christengemeinschaft und Vorstandsmitglied der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland, zusammen mit Kollegen und Kolleginnen aus Deutschland und anderen Ländern. Im Kurzinterview spricht er über seine Initiativen.

mit S. Knust | T. Tritschel

S. Knust | T. Tritschel

Foto: Pixabay Budapest

Sebastian Knust: Du bist ja beschäftigt mit dem Thema Ost-West. Was sind denn Deine Motive für diesen Schwerpunkt?

Tom Tritschel: Ja, zunächst ist es nicht ein Motiv, es ist meine Biografie. Ich habe ziemlich genau die Hälfte meines Lebens im Osten Deutschlands zugebracht und die andere im Westen. Ich bin sozusagen ein „Wossi“. Zudem lebt der Großteil meiner Familie im Osten, nicht nur in Ostdeutschland. Gerade erst habe ich das neunte Enkelkind bekommen und es ist ein tschechisches. Seit Langem verfolgt mich dieser Gegensatz. Steiner spricht eben nicht nur von Polarität, sondern von einer „Weltgegensätzlichkeit“ zwischen Ost und West, und dabei meint er nicht Ost- und Westdeutschland, sondern spannt diesen Gegensatz ganz groß, also zwischen Japan und Amerika.

 

SK: Welche Themen und Problematiken bearbeitet Ihr dabei?

TT: Das hat verschiedene Schichten. Zum einen gehen wir tatsächlich in Gespräche und haben in den letzten zwei Jahren Kolloquien mit dieser Thematik organisiert. Eines im kroatischen Kraljevec und eines in Budapest, wo wir im Wesentlichen eben mit Menschen aus östlichen Ländern zusammengetroffen sind. Wir haben auf folgende Fragen geschaut: Was ist denn tatsächlich anders? Wie ist die innere Gestimmtheit anders und bekommt man das überhaupt ins Bewusstsein? Auf der anderen Seite ist es auch Arbeit an der gesellschaftlichen „Großwetterlage“, die sich immer mehr verschärft. Diese Ost-West-Auseinandersetzungen werden ja immer akuter. Ich sehe da geheimnisvolle Dinge, die man zunächst nicht so ganz scharf fokussieren kann, z. B.: Woher stammt diese ausgiebige Sympathie für das Slawische in Deutschland? Auf der anderen Seite findet sich daneben auch gerade in unseren Zusammenhängen eine große Abneigung gegenüber dem Amerikanischen. Was ist das? Wovon reden wir da z. B., wenn wir von Amerika reden? Wir reden ja da nicht von den Ureinwohnern. Aus meiner Sicht ist es in einer besonderen Weise ausgelagertes Europa, ausgelagertes Asien und ausgelagertes Afrika. Wie kann man so damit umgehen, dass das Verhältnis produktiv wird?

 

SK: Wie seid Ihr nun konkret vorgegangen, was habt Ihr entwickelt an Formaten? Und was steht in der nächsten Zukunft an?

TT: Also, in Budapest z. B. gab es eine Reihe verschiedener Beiträge von Menschen unterschiedlicher Länder und dann natürlich ausgiebige Gespräche dazu. Im Moment bin ich unterwegs mit Vorträgen zur Frage der gesellschaftlichen Spaltung, zur Frage der Entstehung und dem Wiederaufblühen des Nationalismus – nicht nur in Europa, sondern eigentlich überall. Diese Dinge versuchen wir nicht nur theoretisch, sondern auch denkerisch zu bearbeiten und Begriffe zu bilden. Wovon reden wir z. B., wenn wir von „Deutschtum“ reden? Mir ist erst vor Kurzem wirklich aufgegangen, dass wir ja drei sehr verschiedene Arten von Deutschtum haben. Es gibt ein österreichisches Deutschtum, das ist sehr anders als das schweizerische oder das deutsche. Welche Funktionen haben die einzelnen verschiedenen Gestimmtheiten entwickelt? Ich habe den Eindruck, das österreichische Deutschtum hat eine sehr große Offenheit gegenüber dem Osten, auch schon historisch begründet, während das „deutsche“ Deutschtum eine große Verbindung zum Westen hat. Steiner sagte einmal während des anthroposophischen Ost-West-Kongresses 1922 in Wien, dass die wirtschaftliche Hegemonie noch lange im Westen bleiben wird. Das schweizerische Deutschtum nimmt hingegen in ganz besonderer Weise eine „Mittequalität“ ein, entwickelt z. B. besondere Rechtsformen. Dort werden nicht nur regelmäßig Volksabstimmungen durchgeführt, sondern es gibt auch Initiativen zur Trennung von Einkommen und Arbeit. Wenn man bei einem Volksentscheid zum bedingungslosen Grundeinkommen auf Anhieb 20 Prozent Zustimmung in der Bevölkerung erreicht, dann finde ich das unglaublich. Solche Themen und Initiativen in Gang zu bringen, in ein produktives Spiel miteinander zu bringen, das ist mein Anliegen. Mit Gerhard Stocker, meinem Vorstandskollegen bei der AGiD, versuchen wir an den verschiedensten Stellen anzusetzen. Wir hoffen jetzt, dass noch mehr Menschen aus westlichen Ländern dazukommen. Bislang waren sozusagen wir Westdeutschen die geografisch „westlichsten“ Menschen.

SK: Danke für das Interview.

 

 

Tom Tritschel, geboren 1958 in Weimar, Sportschule Eisschnelllauf, Abitur, Schriftsetzer, Gartenarbeiter, Fensterputzer, Punk-Band-Mitglied, Studium der Malerei und Grafik bei Horst-Peter Meyer in Weimar, FIU (Freie Internationale Universität), Demokratie-Initiative 89/90, Neues Forum, Studium an den Priesterseminaren der Christengemeinschaft in Leipzig und Stuttgart, Arbeit mit mehrfach schwerstbehinderten Kindern und Jugendlichen, Priesterweihe 1993, heute Pfarrer in der Christengemeinschaft in Bochum, Ausstellungen, Aktionen, Vorträge und Kurse in Europa und USA, Vorstandsmitglied der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland seit 2022.

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