Rudolf Steiners Weimarer Jahre
Als Rudolf Steiner im Herbst 1890 nach Weimar ging, hoffte er, durch die Mitarbeit an der großen Goethe-Ausgabe einer „geistgemäßen Weltanschauung“ den Boden bereiten zu können. Dass sich dies nicht erfüllte, sollte nicht die einzige Enttäuschung in diesen Jahren bleiben. Auch die zeitweise in Aussicht stehende Mitarbeit am Nietzsche-Archiv zerschlug sich, und seine „Philosophie der Freiheit“ fand nicht das erhoffte Echo. Immer größer wurde für ihn der Zwiespalt zwischen innerem Leben und äußerer Tätigkeit; es wuchs – trotz geselligem Leben in Weimarer Künstler- und Gelehrtenkreisen – das Gefühl der Einsamkeit. Am Ende der Weimarer Zeit bereitete sich ein tiefgreifender „Seelenumschwung“ vor, mit großer Bedeutung für Rudolf Steiners weiteres Wirken.
DR. MARTINA MARIA SAM, Eurythmistin an der Goetheanumbühne, Studium der Germanistik und Kunstgeschichte, zwölf Jahre Leitung der Sektion für Schöne Wissenschaften am Goetheanum. Heute als Herausgeberin im Rahmen der Rudolf Steiner Gesamtausgabe sowie als freischaffende Autorin und Vortragende tätig
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