+49 (0)711 / 164 31 -14
INFO@RUDOLFSTEINERHAUS.ORG
  • Veranstaltungen
    • Veranstaltungskalender
    • Lange Nacht
    • Regelmäßige Veranstaltungen
    • Mediathek
    • Programmheft
    • Newsletter
  • Das Haus
    • Spendenaufruf
    • Offene Stellen
    • News-Blog
    • Philosophie und Geschichte
    • Kunstgalerie
    • Bibliothek
    • Blindenhörbibliothek
    • Vermietung
  • Über uns
    • Rudolf Steiner Haus Organisation (RSHO)
    • Anthroposophische Gesellschaft Stuttgart (AGS)
    • Arbeitszentrum Stuttgart (AZS)
    • Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland (AGiD)
    • Zweige in Stuttgart
    • Bauforum
    • Weitere Einrichtungen
  • Kontakt
    • Büro (RSHO)
    • Mitgliederbüro (AZ)
    • Vermietung
    • Spenden
    • Mitglied werden
vorheriger Eintrag >

Einige Gedanken zum Pfingstfest

von Marco Bindelli | 22.05.2026

Wenn man zunächst den Blick auf Johannes den Täufer wendet, dessen Gedenkfest meist nicht allzu fern vom Pfingstfest stattfindet, ist er ja derjenige, der das Pfingstgeschehen ankündigt: „Ich taufe euch mit Wasser, nach mir wird einer kommen, der euch mit Feuer taufen wird.“ Dieses Wort beinhaltet ja zugleich seine Haupttätigkeit, der er seinen Beinamen verdankt: die Jordantaufe! Diese sollte bei den Menschen, die sie suchten, eine Lebenswende herbeiführen. („Wendet euren Sinn!“)
Menschen, die so sehr in ihrem Schicksal verwoben waren, dass sie keinen Abstand zu sich selber hatten und daher keinen Sinn in ihrem Leben erkennen konnten, wurden in eine Art künstliches Nahtodeserlebnis versetzt, um eine Lebensrückschau zu erfahren. Diese eröffnete ihnen die Möglichkeit, alle ihre Taten, wie sonst nur ein verstorbener Mensch, anzuschauen und im Lichte eines großen Zusammenhangs zu beurteilen. 
Ohne das Erleben eines Zusammenhangs zwischen mir und der Welt kann niemand den Sinn seines Daseins entdecken. Aus sich selbst heraus waren die Menschen der damaligen Zeit gar nicht in der Lage, diesen Blick von außen, wie auf einen anderen Menschen, zu erlangen. Einzige Ausnahme war die Einweihung in den verschiedenen Mysterienorten.

Jesus von Nazareth war nach vielen Erfahrungen von sinnlosem Leid und dem Erlöschen vieler Mysterienorte an einem ähnlichen biographischen Moment angelangt und suchte in seiner Not die Hilfe des Johannes. Durch dessen Tat konnte der Sonnengeist in ihn einziehen. Die Sonne bringt durch ihr Licht alles Leben hervor und nährt es. In ihrer Wärme unterscheidet sie nicht vorurteilsvoll Gut und Böse, hässlich und schön oder sympathisch - antipathisch. Sie schaut erst einmal alles gleich-gültig an. Dieses Potential des (feurigen) Sonnen-Ichs bekam die Menschheit an Pfingsten geschenkt, eben nachdem der Christus alle Nuancen des menschlichen Daseins durchlebt und sogar den Tod sinnvoll überwunden hatte. Dieses Geschenk steht seitdem jedem Menschen zur Verfügung und ist nicht mehr an bestimmte Orte gebunden!
Goethe suchte diesen sonnenhaften Blick, um die Welt so anschauen zu lernen, wie sie wirklich ist und nicht, wie sie behagt. Er wurde daher zu einem Hauptinspirator, ja Lehrer für Rudolf Steiner. Letzterer erweiterte daher diesen goethischen Sonnen-Blick auf alle Aspekte des Kosmos. Jedes Sein, jede Tat, jedes Gefühl und jedes Wesen findet so seinen Platz im ganzen Welten-Organismus!

Das wirkliche Ich kann jedem Menschen die Wege der liebevollen und reinen Selbstreflexion weisen. Ich selbst kann die Motive und Folgen meiner Taten anschauen und beurteilen lernen. Ohne diese Fähigkeit bleibt jeder Mensch in seinen oft unheilvollen Gewohnheiten stecken. Es gäbe nicht die Möglichkeit, aus Freiheit das Schicksal zu erkennen und zu verändern. Insofern ist das sich Erheben zum heilenden Geist-Zusammenhang vielleicht das Menschheitsgeschenk! 

Pfingsten ist wunderbar weisheitsvoll eingebettet im Jahreslauf nach Himmelfahrt und vor dem Johannigeschehen, welches sogar die Möglichkeit des „historischen Gewissens“ eröffnet, also der Möglichkeit, den Blick auf mich enorm zu erweitern mit der Frage: „Wie stehe ich mit meinem Denken und Handeln im Menschheitsgeschehen?“ 
Nichts ist nötiger in der Gegenwart, als sich dieses Geschenks anzunehmen, wenn wir aus dem gegenwärtigen Schlamassel der Menschheit heilsame Auswege finden wollen, und die seelische Not, die für immer mehr Menschen drückend wächst, zu überwinden!
Man kann auch sagen, die Anthroposophie ist ein unerschöpfliches Angebot, den Umgang mit dem heiligen Geist zu üben, denn ihre frohe Botschaft durch den Schulungsweg hindurch lautet immerdar: Erkenne dich selbst wie einen anderen Menschen und lerne, dein Denken, Fühlen und Handeln zum Wohle der Welt zu ändern! Oder vom: du sollst dein Leben ändern! zum: du sollst dein ändern leben!

vorheriger Eintrag >

News-Blog

22.05.26 | Marco Bindelli

Einige Gedanken zum Pfingstfest

Wenn man zunächst den Blick auf Johannes den Täufer wendet, dessen Gedenkfest meist nicht allzu fern vom Pfingstfest stattfindet, ist er ja derjenige, der das Pfingstgeschehen ankündigt: „Ich taufe…

29.03.26 | Dr. Ruth Ewertowski

Auferstehung ausprobieren

Ich erinnere mich an einen Ostergottesdienst vor vielen Jahren in einer Frankfurter evangelischen Kirche, in dem der Pfarrer die Gemeinde zu einem Bekenntnis zur Auferstehung aufforderte: Dreimal…

28.02.26 | Dr. Jörg Ewertowski

Andere Menschen glücklich machen wollen?

Jenseits von Pessimismus und Optimismus Wenn wir denken, sind wir antisozial. Diese Behauptung ist keine Intellektuellenschelte und keine Aufforderung, uns vom Denken abzuwenden und…

27.01.26 | Dr. René Madeleyn

Menschheitsideale in Hirnforschung und Anthroposophie

Soeben bereite ich einen Vortrag darüber vor, dass das Gehirn ein Spiegel und nicht in der Lage sei, Gedanken selbst zu erzeugen. Das berührt natürlich auch die Frage nach der…

30.12.25 | Rosina Breyer

Bewusstsein für den Gegenwartsmoment

Liebe Interessierte, in meinem Freundeskreis sehnen sich zurzeit viele Menschen nach Vertiefung. Auch wir Anthroposophen werden in den Strudel der Beschleunigung hineingerissen, der sich im…

28.11.25 | Dr. Christoph Hueck

Das Rudolf Steiner Haus Stuttgart als ein Ort der gelebten sozialen Dreigliederung

Rudolf Steiners Ideen für eine gesunde soziale Ordnung umfassen ein freies geistiges Leben, eine geregelte rechtliche Sphäre, und einen sicheren,…

29.10.25 | Dr. Ruth Ewertowski

Rätsel des Todes und der Auferstehung

Der November ist ein Monat voll stiller Feiertage (Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Buß- und Bettag, Totensonntag). In dieser Zeit befassen wir uns mehr als zu jeder anderen…

08.09.25 | Martin Merckens

Das «Ich» dem Geiste hinneigen

Wir gehen in die Michaeli-Zeit hinein. Jene Zeit, von der Rudolf Steiner sagt, dass sie eine Festeszeit ist, die wir heute eigentlich noch nicht wirklich zu feiern wissen, beziehungsweise uns dabei…

Weitere News

Zur Uhlandshöhe 10  |  70188 Stuttgart
Telefon  +49 (0)711 / 164 31 -14
infonoSpam@rudolfsteinerhaus.org

Newsletter
Mediathek
Veranstaltungen

Kontakt
Spenden
Mitglied werden

© Rudolf Steiner Haus Stuttgart

ImpressumDatenschutz