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Maschinensprache und Menschensprache

von DR. ARIANE EICHENBERG | 14.01.2026

Mit der Möglichkeit, nicht nur geschriebene Texte, sondern auch gesprochene Sprache künstlich zu erzeugen und Stimmen zu klonen, wird die Frage nach dem Wesen der Sprache existenziell. Denn Sprache ist mehr als nur Information, sie bildet den Menschen. So lässt sich zwar durch Voice-Cloning Zeit, Geld und Mühe im täglichen Leben sparen, es wird aber auch massiv in die leibliche und seelisch-geistige Organisation des Menschen eingegriffen. – Mit der technischen Simulation ist zugleich die Frage nach der Bedeutung des Ichs und einer Wesenserkenntnis verbunden. Um einen sinnvollen Umgang mit der synthetischen Sprache zu entwickeln, bedarf es Fähigkeiten, die lebendige Gestaltzusammenhänge bilden und Umstülpungsprozesse im Denken vollziehen können. Hier kann die poetische Sprache ansetzen. Sie weist über sich hinaus, sie regt Bildekräfte im Menschen an und schafft Freiräume, in denen das Wort als Verwandlung und Schöpfung erlebt werden kann. 14. Jan 

DR. ARIANE EICHENBERG, geb. 1968, ist Mitarbeiterin an der Sektion für Schöne Wissenschaften am Goetheanum und Deutschlehrerin an der Freien Waldorfschule Uhlandshöhe, Stuttgart. Sie studierte Slavistik und Germanistik. Ihre Forschungsschwerpunkte sind: Gedächtnis und Erinnerung, literarische Verarbeitungen traumatischer Ereignisse, Transhumanismus, digitale Sprache und Literatur. Zurzeit arbeitet sie an der Frage, wie Sprache und Literatur auf den Menschen wirken. 

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