Rudolf Steiners teilweise rätselhafter Vortrag über „Die Liebe und ihre Bedeutung in der Welt“, in dem er die Liebe in Zusammenhang mit „Schulden“ in der Schicksalsbeziehung zu einem geliebten Menschen bringt, kann als eine ins Christliche gewendete Fortsetzung der platonischen Liebesphilosophie gesehen werden. Platon beschreibt in dialogischer Form Stufen der Liebe, deren höchste Form die Schau des Schönen selbst darstellt. Solowjows Werk „Vom Sinn der Liebe“ führt Platons Ideen weiter, durchdrungen vom Christentum, aber noch ohne den Karmagedanken, in dem wir die Erfüllung von Platon und Solowjow sowohl im Leben als auch im Werk Rudolf Steiners finden können.
DR. RENÉ MADELEYN, geb. 1951, Studium der Medizin in Tübingen, Promotion über die Sprache und Sprachwahrnehmung Schizophrener. Klinische Ausbildung in Herdecke und von 1991-2016 leitende Tätigkeit als Kinderarzt an der Filderklinik. Herausgabe der Briefwechsel Rilke - Elya Nevar sowie Rilke - Alexander von Bernus. Vielfältige Dozentenund Kursleitertätigkeit.
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