Wie gut, dass es die Luft gibt! Ohne Luft wäre es nicht möglich, als Mensch auf der Erde zu leben. Die Luft ist also wesentlich. Durch die Pandemie wird uns wieder bewusst, wie der Atem und damit die Seele und infolgedessen auch das Leben des Menschen unter starken Druck geraten kann. Viel Leid, Ängste und der Tod gehen damit einher.
Goethe formulierte:
„Im Atem holen sind zweierlei Gnaden:
Die Luft einziehen, sich ihrer entladen;
Jenes bedrängt, dieses erfrischt;
So wunderbar ist das Leben gemischt.
Du danke Gott, wenn er dich preßt,
und dank ihm wieder, wenn er dich entläßt“.
Novalis beschreibt in einem Aphorismus die Luft sogar als Organ:
„Die Luft ist so gut Organ des Menschen wie das Blut.“
Gehen wir dieser Anregung nach, so erschließt sich uns die Luft nicht nur als Medium für Sauerstoff, Kohlendioxid, Stickstoff, sondern auch als ein Organ, welches sich innerhalb und außerhalb des Menschen befindet und ein gemeinschaftliches Organ von uns allen ist. Die im Menschen befindliche Begrenzung des Organs nennen wir Lunge, die außerhalb liegende Begrenzung ist die Oberflächengestalt der Erde, insbesondere die grüne Pflanzendecke. Zum Kosmos hat dieses Organ eine immense Offenheit.
Die Grenzflächen des Organs erweisen sich als besonders wichtig für die lebenserhaltende Funktion des Organs. Physiologisch gesehen ist die Menschheit durch das Organ Luft ein Leib. Jeder kann versuchen, das kommende Himmelfahrtsfest und Pfingsten unter diesem Aspekt anzuschauen.
| Dr. Jörg Ewertowski
Editorial des neu erschienenen Programmhefts 3. Tertial 2026: Die Präsenz des Bösen in unserer Welt hat von Jahr zu Jahr zugenommen. Ich meine nicht das Unmoralische, das im bloßen Egoismus liegt. Es ist vielmehr…
| Matthias Niedermann
Als sich am Samstag, den 27. Juni nachmittags die Tore des Campus Uhlandshöhe öffnen, zeigt das Thermometer hochsommerliche Temperaturen. Die Hitze flimmert über Stuttgart, Helfende verteilen Wasser und…
| Dr. Jörg Ewertowski
Rudolf Steiner und Albert Schweitzer Kultur wird durch Weltanschauung gebildet und getragen, also durch die Gesamtheit von Wertungen, Vorstellungen und Deutungen der Welt, die sowohl den Einzelnen als…
| Marco Bindelli
Wenn man zunächst den Blick auf Johannes den Täufer wendet, dessen Gedenkfest meist nicht allzu fern vom Pfingstfest stattfindet, ist er ja derjenige, der das Pfingstgeschehen ankündigt: „Ich taufe…
| Dr. Ruth Ewertowski
Ich erinnere mich an einen Ostergottesdienst vor vielen Jahren in einer Frankfurter evangelischen Kirche, in dem der Pfarrer die Gemeinde zu einem Bekenntnis zur Auferstehung aufforderte: Dreimal…
| Dr. Jörg Ewertowski
Jenseits von Pessimismus und Optimismus Wenn wir denken, sind wir antisozial. Diese Behauptung ist keine Intellektuellenschelte und keine Aufforderung, uns vom Denken abzuwenden und…
| Dr. René Madeleyn
Soeben bereite ich einen Vortrag darüber vor, dass das Gehirn ein Spiegel und nicht in der Lage sei, Gedanken selbst zu erzeugen. Das berührt natürlich auch die Frage nach der…
| Rosina Breyer
Liebe Interessierte, in meinem Freundeskreis sehnen sich zurzeit viele Menschen nach Vertiefung. Auch wir Anthroposophen werden in den Strudel der Beschleunigung hineingerissen, der sich im…